Büro für Städtereisen

Sonderausgabe Köln kann auch anders

Liebe Kölnerinnen und Kölner,

ich leite Euch diese mail von Köln kann auch anders weiter. Es ist ein Affront, wie zivilgesellschaftliches Engagement in Stadtentwicklungsfragen in unserer Stadt in den letzten Jahren ignoriert, vertröstet, hingehalten, zum Scheitern gebracht wird. Und selbst die ganz wenigen Projekte, die es am Ende schaffen, können ein Lied davon singen, welchen Preis an Frustration, unbezahlten Ehrenrunden, erfahrener Respektlosigkeit und nicht eingehaltenen Zusagen die Beteiligten bezahlt haben. Eine Schlüsselrolle hierbei spielt das Liegenschaftsamt, aus dem heraus alle Prozesse einer „Stadtentwicklung von unten“ von Herrn Kiefer konsequent torpediert werden. Dass seine (noch) Vorgesetzte, Frau Blome, bürgerschaftliches Engagement als „Störfeuer“ bezeichnet, das es „zu unterbinden“ gilt (so formuliert in der Ausschreibung zur Öffentlichkeitsarbeit Ost-West-Achse), passt ins Bild. Leider spielt das Dezernat für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Wirtschaft, mit seiner seit einiger Zeit und unterm Strich auch nicht gerade an Bürgerbeteiligung und ziviligesellschaftlichen Beiträgen interessierten Haltung, dieser Entwicklung kräftig in die Karten. Oder kann sich jemand seit Amtsantritt von Herrn Greitemann an eine unter ihm auf den Weg gebrachte Bürgerbeteiligung, die über das vom Gesetzgeber vorgeschriebene, lustlos erfüllte Mindestmaß hinausging, erinnern?

Statt inhaltlicher Auseinandersetzung, in welcher Stadt wir leben wollen, wird Stadtplanung wieder in erster Linie als Vorbereitung für die Immobilienwirtschaft betrachtet und betrieben. Der inhaltlichen Auseinandersetzung weicht man aus, indem man die Akteure hinhält, jaja sagt, an vertrauensvollen Umgang appelliert und hintenrum Fakten schafft bzw., wie im Fall von Raum 13, lieber nicht schafft. Die Politik schaut derweil zu, wie ihre Beschlüsse Mal um Mal ignoriert, umgangen, aufgeschoben oder sogar sabotiert werden (z.B. indem Gebäude grob fahrlässig, wenn nicht absichtlich dem Verfall preisgegeben werden, wie gerade in Kalk), oder sie beteiligt sich sogar noch aktiv an der Verhinderung zivilgesellschaftlicher Stadtentwicklung. Eine erstaunliche Rolle spielt dabei in letzter Zeit die Grüne Ratsfraktion, die auch wegweisenden Projekten wie den Hallen Kalk oder den Initiativen am Ebertplatz eine Stolperfalle nach der anderen stellt (vorneweg die Grüne Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Sabine Pakulat), oder so erschreckende Äußerungen wie die o.g. von Frau Blome als „unglückliche Formulierung“ verharmlost, statt sich dem deutlichen Protest dagegen anzuschließen. Man muss sich wirklich fragen, für wen und was die Kölner Grünen stehen…

Das musste raus.

Boris Sieverts
Büro für Städtereisen
Schleiermacherstr. 8
51063 Köln
Tel. 01714160572

P.S.I: Der Autor dieser Zeilen hat sich aus seiner Projektarbeit bei den Hallen Kalk fürs Erste zurück gezogen, weil er es nicht mehr erträgt, aus Rücksicht auf laufende Gespräche zu dem haarsträubenden Gebaren einiger Akteure aus Politik und Verwaltung zu schweigen. Er möchte an dieser Stelle auch darauf hinweisen, dass es dort durchaus auch faire und ergebnisorientierte Gesprächspartner gibt, die unter der destruktiven Art der Anderen wahrscheinlich genauso leiden wie die zivilgesellschaftlichen Akteure.
P.S.II: Wer noch nicht im Verteiler von Köln kann auch anders ist (siehe unten), dem sei dieser dringend empfohlen, denn K2A2 informiert gründlich und sachlich, was in dieser Stadt läuft.

 

Mail von K2A2 Newsletter vom: 20 April 2021

Betreff: Sonderausgabe: Zukunftsgewandte und verlässliche Stadtpolitik

1) Rat lässt gegen eigene Beschlusslage das Aus für das Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste zu
2) Tausend Stimmen für Kultur in Köln – Bitte um Unterschrift und Spende

Lesedauer ohne Links: 2 Minuten

Liebe Abonnentinnen und Abonnenten,

1) Aus für Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste

„Gemeinsam für Köln – Ein Bündnis für eine nachhaltige, zukunftsgewandte und verlässliche Stadtpolitik“, so lautet der Titel der
„Bündnisvereinbarung zwischen
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Köln/GRÜNE-Fraktion im Kölner Rat
Christlich Demokratische Union (CDU), Kreisverband Köln/CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln
Volt Deutschland, Volt Köln/Volt-Fraktion im Rat der Stadt Köln
für die aktuelle Wahlperiode bis 2025“.

In dieser Vereinbarung heißt es unmissverständlich:
„Das Otto-Langen-Quartier und Raum 13 werden wir erhalten.“

Nun melden die Betreiber von „Raum 13“:
„Am 29. April 2021, 8.30 Uhr müssen wir das Deutzer Zentralwerk der Schönen Künste im Otto-&-Langen-Quartier räumen.“

Der Vorschlag von Raum 13, mit einem Ausweichquartier auf dem benachbarten Areal – im Eigentum von nrw.urban – präsent zu bleiben, droht daran zu scheitern, dass dies, wie zu hören war, „eine ungebührliche Belastung für einen kaufwilligen Privatinvestor sei.“
Die vollständige Erklärung finden Sie hier.

Soviel zur „zukunftsgewandten“ und vor allem „verlässlichen“ Stadtpolitik! Wir sind gespannt, was aus den anderen Vorhaben der Bündnisvereinbarung wird, die Sie hier lesen können.

2) Tausend Stimmen für Kultur in Köln – Bitte um Unterschrift und Spende

Zum Thema „zukunftsgewandt“ wiederholen wir unseren Hinweis aus dem letzten Newsletter:

„An die Spitze des Dezernats Kunst und Kultur gehört einE leidenschaftlicheR Kultur-ErmöglicherIN!“
Diese Petition von Köln kann Kultur verdient Ihre Unterstützung, denn

– Acht Jahre lang mussten wir erleben, dass die Erfüllung der darin formulierten Erwartungen NICHT selbstverständlich ist.
– JETZT arbeiten die Entscheider der Kölner Politik an der Formulierung der Ausschreibung für die Neubesetzung des Kulturdezernats.
– Die Kölner Kulturszene und ihr Publikum bekommen das Spitzenpersonal, das sie verdienen, und tun deshalb gut daran, sich LAUT ZU WORT ZU MELDEN.

1000 Unterstützerinnen und Unterstützer bis zur Ratssitzung am 06.05.2021 wären ein deutliches Signal, das Politik und Verwaltung nicht überhören könnten. Noch 620 Stimmen fehlen, sind Sie dabei?

Falls ja, bitte hier unterzeichnen und an Ihre Kontakte weiter verteilen…

Um mehr Menschen zu diesem Anliegen zu erreichen, schalten wir eine Anzeige im „Kölner Stadtanzeiger“. Ihre Spende, auch ein kleiner Betrag, hilft, diese Aktion zu finanzieren. Den Spenden-Button finden Sie hier.

Mit besten Grüßen

Ihr Newsletter-Redaktionsteam

www.koelnkannauchanders.de

Als das Stadtarchiv einstürzte, war für uns „schluss mit lustig“.
Zeigen wir jetzt gemeinsam: „Köln kann auch anders!“

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